
Das Inplaywetter in Prag
Januar
Der Januar bringt eisige Kälte nach Prag. Die Moldau ist an vielen Stellen zugefroren, und Schnee bedeckt die engen Gassen der Altstadt.
Eiskalter Wind weht von den umliegenden Hügeln herab und macht selbst kurze Wege beschwerlich. In den Nächten klart der Himmel manchmal auf, und über der Stadt liegen frostige, sternenklare Stunden. Dann hallt das Knirschen von Stiefeln auf dem gefrorenen Schnee weit durch die stillen Straßen.
Februar
Auch im Februar hält die Kälte an, doch der Schnee beginnt langsam zu tauen. Die Straßen verwandeln sich in rutschige, schlammige Wege, auf denen sich Wagenräder tief in den Morast schneiden.
Nebel steigt häufig von der Moldau auf und legt sich über die Dächer und Türme der Stadt. Die feuchte Kälte dringt bis in die Häuser, und viele Menschen suchen Zuflucht an ihren Feuerstellen. Dennoch kündigt das langsam nachlassende Toben des Winters an, dass eine Veränderung bevorsteht.
März
Der Frühling zeigt sich im März nur zögerlich. Die Tage werden länger und gelegentlich milder, doch in den Nächten liegt noch immer Frost über der Stadt.
Regenschauer verwandeln die Gassen in Schlamm und lassen die Moldau wieder stärker anschwellen. Erste Knospen an den Bäumen und ein frischer Hauch in der Luft lassen die Hoffnung auf wärmere Tage wachsen.
Doch das Wetter bleibt unberechenbar – ein plötzlicher Schneefall kann jederzeit zurückkehren.
April
Mit dem April erwacht Prag langsam aus dem langen Winter. Die ersten Bäume schlagen aus, und zwischen den Mauern der Stadt zeigt sich zaghaft neues Grün. Sonnige Tage wechseln sich jedoch mit kräftigen Regenschauern ab, die Straßen und Feldwege rasch in tiefen Schlamm verwandeln.
Auf den Märkten kehrt allmählich mehr Leben ein. Händler wagen wieder längere Reisen, Bauern bestellen ihre Felder, und in den Gärten der Klöster und Adelshäuser beginnt die erste Blüte. Doch das Wetter bleibt launisch – ein klarer Morgen kann schon wenige Stunden später in einem kalten Frühlingsgewitter enden.
Mai
Der Mai hüllt Prag in frisches Grün. Die Obstbäume stehen in voller Blüte, Wiesen und Gärten füllen sich mit Farben, und die Tage werden spürbar länger. Nach den entbehrungsreichen Wintermonaten wirkt die Stadt lebendiger, auch wenn der Krieg weiterhin allgegenwärtig bleibt.
Die Straßen füllen sich mit Händlern, Pilgern und Reisenden. Vor den Tavernen sitzen wieder Gäste im Freien, während auf den Märkten das Angebot wächst. Warme Tage werden gelegentlich von kräftigen Gewittern unterbrochen, deren Regen die Luft reinigt und die Moldau anschwellen lässt.
Juni
Mit dem Juni beginnt der Sommer in Böhmen. Die Sonne steht lange über der Stadt, und selbst nach Einbruch der Dämmerung bleibt es angenehm mild. Das Leben spielt sich zunehmend auf den Straßen, Plätzen und in den Gärten ab.
Die Felder rund um Prag stehen satt im Grün, Reisende erreichen die Stadt aus allen Teilen des Reiches, und die Märkte erleben ihre geschäftigsten Wochen. Nur gelegentliche Sommergewitter durchbrechen die warme Witterung und lassen die engen Gassen für kurze Zeit nach Regen und feuchtem Stein riechen.
