Inkubi & Sukkubi

Inkubi (männlich) und Sukkubi (weiblich) gehören nicht zur menschlichen Spezies. Sie sind uralte Wesenheiten, deren Ursprung selbst unter Gelehrten umstritten ist. Viele sehen sie als Dämonen, andere sehen sie als Manifestationen dessen, was Menschen am tiefsten begehren und am meisten fürchten.
Sicher ist nur: Sie existieren im Verborgenen.
Seit Jahrhunderten bewegen sich diese Wesen unerkannt unter den Menschen. In Zeiten von Krieg, Hunger und Verzweiflung treten sie besonders häufig in Erscheinung, denn starke Emotionen nähren ihre Existenz. Weshalb seit dem Ausbruch des Krieges ihre Zahl in der menschlichen Dimension merklich zugenommen hat.
Die Kirche bezeichnet sie pauschal als dämonische Verführer und betrachtet ihre bloße Existenz als Beweis für die Verderbtheit der Welt.
Erscheinungsbild und Merkmale

Sie können die Gestalt eines Menschen annehmen. Innerhalb dieser Hülle haben sie einen gewissen Spielraum — viele wählen ein Äußeres, das andere anzieht, ohne dass diese genau sagen könnten, warum. Die Haut wirkt oft blass, die Augen und die Stimme tragen etwas in sich, das gleichzeitig fesselt und beunruhigt.
In ihrer wahren Gestalt zeichnen sich dunkle Adern unter der Haut ab. Die Augen werden schwarz. Ohren laufen spitz zu und Hörner wachsen am Kopf, die mit dem Alter an Größe zunehmen. Die meisten beherrschen es, diese Merkmale zu verbergen. Doch diese Tarnung kostet Kraft und Konzentration. Wer hungert, unter emotionalem Druck steht oder die Kontrolle verliert, spürt, wie die Fassade bröckelt.
Geweihte Orte, religiöse Rituale und bestimmte magische Einflüsse können ihre Natur ans Licht bringen.
Fähigkeiten und Natur
Sie ernähren sich nicht allein von körperlichem Verlangen, auch wenn viele diese Emotion bevorzugen, da sie einen gewissen Rausch auslösen kann. Was sie wirklich brauchen, sind intensive Emotionen und die Bindung, die zwischen zwei Menschen entsteht. Begierde zählt dazu. Sehnsucht. Schuld. Trauer. Einsamkeit. Bewunderung. Angst. Obsession.
Je stärker die emotionale Verbindung zu einer Person wird, desto größer ist ihr Einfluss auf diese.
Ihre Fähigkeiten wirken selten offen. Wer nicht weiß, wonach er sucht, erkennt sie nicht als das, was sie sind.
- Emotionale Manipulation – Verstärkung oder Abschwächung von Gefühlen.
- Traumbeeinflussung – Eindringen in Träume oder das Hervorrufen intensiver Visionen.
- Verführung und Bindung – Aufbau emotionaler oder körperlicher Abhängigkeit.
- Aura der Präsenz – Manche Wesen besitzen eine beinahe hypnotische Ausstrahlung.
- Tarnung – Verbergen ihrer wahren Natur hinter einer menschlichen Erscheinung.
Gesellschaft und Lebensweise
Inkubi und Sukkubi leben selten in Gruppen. Die meisten verbringen ihr Dasein isoliert unter Menschen und vermeiden den Kontakt zu ihresgleichen. Es kommt selten vor, dass sich zwei dieser Wesen ein Jagdrevier teilen.
Einige versuchen, ein möglichst gewöhnliches Leben zu führen und ihre Natur zu unterdrücken. Andere akzeptieren ihre Existenz vollständig und nutzen die Wirren des Krieges gezielt aus.
Städte wie Prag kommen ihnen entgegen: emotionale Instabilität, Gewalt, Verlust, religiöse Angst, soziale Zerrüttung. Ein Ort, der nie aufhört, sie zu nähren.
Viele wechseln im Laufe ihres Lebens die Identität. Mal treten sie als Gelehrte auf, mal als Adlige, Ärzte, Kurtisanen oder Geistliche. Da sie äußerlich altern können oder es bewusst unterlassen, lässt sich ihr tatsächliches Alter kaum bestimmen.
Verhältnis zur Kirche und zur Magie

Die Kirche betrachtet Inkubi und Sukkubi als dämonische Kreaturen und jagt sie kompromisslos.
Besonders Inquisitoren und religiöse Orden suchen gezielt nach Hinweisen auf ihre Existenz. Verdächtige Todesfälle, unerklärliche Krankheitswellen oder Berichte über seltsame Träume reichen oft aus, um Untersuchungen auszulösen.
Risiken und Konsequenzen
Die Existenz eines Inkubus oder Sukkubus ist untrennbar mit „Hunger“ verbunden.
Wird dieser Hunger über längere Zeit ignoriert, kommt es zu körperlichem und geistigem Verfall:
- Kontrollverlust über die Tarnung – Die wahre Gestalt beginnt sichtbar zu werden.
- Emotionale Instabilität – Gefühle werden schwer kontrollierbar und schlagen oft ins Extreme um.
- Aggressive Impulse – Hunger kann in Gewalt oder unkontrollierte Manipulation umschlagen.
- Schlaflosigkeit und Halluzinationen – Der Geist beginnt sich gegen den eigenen Körper zu richten.
- Ungewollter Einfluss – Menschen in ihrer Nähe reagieren emotional auffällig oder entwickeln Obsessionen.
Besonders gefährlich werden starke emotionale Bindungen. Viele dieser Wesen entwickeln echte Gefühle für Menschen, von denen sie sich gleichzeitig nähren müssen.
Nicht wenige treiben dadurch ihre engsten Vertrauten langsam in Wahnsinn, Krankheit oder obsessive Abhängigkeit und oft auch in den Tod.
Manche versuchen deshalb bewusst, Distanz zu anderen Menschen zu halten. Andere verlieren sich vollständig im „Hunger“ und werden zu etwas, das selbst ihresgleichen fürchtet.
Die Wahrheit hinter den Legenden
Die meisten Geschichten über Inkubi und Sukkubi sind übertrieben, verfälscht oder religiöse Propaganda.
Nur wenige Menschen begegnen jemals bewusst einem dieser Wesen — und noch weniger überleben mit klarem Verstand.
