
Altstadt
Die Prager Altstadt bildet das wirtschaftliche und gesellschaftliche Herz der Stadt. Zwischen engen Gassen, hohen Bürgerhäusern und belebten Plätzen leben Kaufleute, Handwerker, Geistliche und einfache Bürger dicht nebeneinander. Hier schlagen Handel, Handwerk und das tägliche Leben den Takt einer Stadt, die trotz Krieg und Besatzung niemals ganz zur Ruhe kommt.
Wer Prag verstehen will, beginnt in der Altstadt. Nachrichten verbreiten sich hier schneller als anderswo, Gerüchte wechseln täglich ihren Besitzer und Fremde fallen selten lange auf.
Der Altstädter Ring
Im Mittelpunkt der Altstadt liegt der Altstädter Ring. Händler bieten Waren aus ganz Europa an, Prediger versammeln Gläubige und Boten überbringen Nachrichten aus allen Teilen des Reiches. Öffentliche Bekanntmachungen werden hier verlesen, und nicht selten versammeln sich große Menschenmengen auf dem Platz.
Auch Hinrichtungen oder Strafen finden gelegentlich in aller Öffentlichkeit statt – als Mahnung an jene, die sich der kaiserlichen Ordnung widersetzen.
Handel und Handwerk
Die meisten Straßen der Altstadt werden von Handwerkern geprägt. Schmiede, Bäcker, Gerber, Schneider, Goldschmiede, Brauer und Steinmetze betreiben ihre Werkstätten oft direkt unter ihren Wohnräumen. Viele Berufe sind in Zünften organisiert, die Ausbildung, Qualität und Preise überwachen.
Zwischen den Werkstätten liegen Gasthäuser, Lagerhäuser und kleine Läden, in denen Waren aus Böhmen, Deutschland, Italien oder Polen gehandelt werden.
Zwischen Wohlstand und Armut
Neben wohlhabenden Kaufleuten leben in den Seitengassen Tagelöhner, Dienstboten und Bettler. Während manche Häuser reich verziert sind, drängen sich nur wenige Straßen weiter ganze Familien in kleinen, feuchten Wohnungen.
Der Krieg hat diesen Gegensatz verstärkt. Lebensmittel sind teuer geworden, viele Betriebe kämpfen ums Überleben und zahlreiche Flüchtlinge suchen innerhalb der Stadtmauern Schutz.
Leben unter Beobachtung
Obwohl die Altstadt geschäftig wirkt, ist die Präsenz der Obrigkeit überall spürbar. Soldaten patrouillieren durch die Straßen, Stadtwachen überwachen die Tore und Spitzel beobachten verdächtige Gespräche. Niemand weiß, wer Informationen an die Behörden weitergibt – oder an den Bettlerkönig.
Gerade deshalb lernen viele Bewohner, vorsichtig zu sprechen und Fremden nur so viel zu erzählen, wie unbedingt nötig ist.
Nach Sonnenuntergang
Mit Einbruch der Dunkelheit schließen die Stadttore und viele Geschäfte. Tavernen füllen sich mit Händlern, Studenten, Soldaten und Reisenden, während nur vereinzelte Laternen die Gassen erhellen. In den Schatten beginnen Schmuggler ihre Geschäfte, heimliche Boten wechseln Nachrichten und manche treffen sich dort, wo die Stadtwache nur selten patrouilliert.
Zwischen Nebel, Kopfsteinpflaster und flackerndem Kerzenlicht wirkt die Altstadt nach Sonnenuntergang beinahe wie eine andere Welt.
Spielmöglichkeiten
- Handel auf Märkten und in Werkstätten
- Begegnungen zwischen allen Gesellschaftsschichten
- Öffentliche Bekanntmachungen und Gerichtsverfahren
- Tavernen, Herbergen und Gasthäuser
- Verfolgungsjagden durch enge Gassen
- Geheime Treffen und Informationsaustausch
