
Zünfte
Die Zünfte bilden das wirtschaftliche Rückgrat der Städte des Königreichs Böhmen. Fast jedes Handwerk ist in einer eigenen Zunft organisiert, die Ausbildung, Qualität und Preise überwacht. Wer ein Handwerk ausüben möchte, benötigt in der Regel die Zustimmung seiner Zunft. Dadurch schützen die Zünfte ihre Mitglieder vor Konkurrenz und sichern zugleich ihren politischen Einfluss innerhalb der Stadt.
Vom Lehrling zum Meister
Die Ausbildung beginnt meist im Jugendalter. Ein Lehrling lebt und arbeitet mehrere Jahre im Haushalt seines Meisters und erlernt dort Schritt für Schritt das Handwerk.
Nach erfolgreichem Abschluss der Lehre wird er zum Gesellen. Viele Gesellen begeben sich anschließend auf Wanderschaft, um Erfahrungen in anderen Städten zu sammeln. Erst nach einer Meisterprüfung und der Anfertigung eines Meisterstücks dürfen sie eine eigene Werkstatt eröffnen und selbst Lehrlinge ausbilden.
Aufgaben der Zünfte
Die Zünfte legen fest, wer ein Handwerk ausüben darf, überwachen die Qualität der Waren und vertreten die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Rat und Obrigkeit. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass Maße, Gewichte und Preise möglichst einheitlich bleiben.
Viele Zünfte besitzen eigene Versammlungshäuser, Schutzheilige und Traditionen. Bei religiösen Festen oder städtischen Feierlichkeiten treten sie häufig gemeinsam auf und zeigen ihren Wohlstand.
Einfluss auf das Stadtleben
In Städten wie Prag besitzen die großen Zünfte erheblichen politischen Einfluss. Wohlhabende Meister gehören häufig dem Stadtrat an oder beraten die Stadtverwaltung in wirtschaftlichen Fragen. Besonders Kaufleute, Goldschmiede, Bäcker, Metzger und Brauer zählen zu den angesehensten Handwerksständen.
Während des Krieges übernehmen viele Zünfte zusätzliche Aufgaben. Sie liefern Ausrüstung für die Armee, reparieren beschädigte Gebäude oder versorgen die Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern.
Bekannte Zünfte
| Zunft | Tätigkeit |
|---|---|
| Bäcker | Versorgung der Bevölkerung mit Brot und Backwaren. |
| Brauer | Herstellung von Bier. |
| Metzger | Schlachtung und Verkauf von Fleisch. |
| Schmiede | Werkzeuge, Waffen und Hufeisen. |
| Schneider | Kleidung und Textilien. |
| Schuster | Schuhe und Lederarbeiten. |
| Goldschmiede | Schmuck, Münzen und Edelmetallarbeiten. |
| Zimmerleute | Holzbauten und Dachstühle. |
| Maurer | Steinbauten und Befestigungen. |
| Tuchmacher und Weber | Herstellung und Verarbeitung von Stoffen. |
Spielmöglichkeiten
- Lehrlinge, Gesellen oder Meister verschiedener Handwerke
- Familienbetriebe und traditionsreiche Werkstätten
- Rivalitäten zwischen konkurrierenden Zünften
- Aufträge für Adel, Kirche oder Militär
- Politischer Einfluss wohlhabender Zunftmeister
- Wanderschaft, Meisterprüfung und Zunftfeste
