
Neustadt
Die Prager Neustadt wurde im Jahr 1348 von Kaiser Karl IV. gegründet und zählt zu den größten mittelalterlichen Stadterweiterungen Europas. Breite Straßen, weitläufige Plätze und regelmäßig angelegte Häuser unterscheiden sie deutlich von den engen Gassen der Altstadt. Im Jahr 1629 ist die Neustadt ein geschäftiges Viertel, in dem Handel, Handwerk und das alltägliche Leben der Bürger den Rhythmus bestimmen.
Trotz des Krieges herrscht hier reges Treiben. Händler liefern Waren aus Böhmen und den Nachbarländern, Handwerker öffnen ihre Werkstätten und Fuhrwerke rollen über die breiten Straßen. Gleichzeitig erinnern Soldaten, Wachen und steigende Preise täglich daran, dass der Krieg niemals weit entfernt ist.
Große Plätze und breite Straßen
Im Gegensatz zur verwinkelten Altstadt prägen großzügige Marktplätze und breite Verkehrswege das Bild der Neustadt. Der Viehmarkt – der heutige Karlsplatz – und der Pferdemarkt, der spätere Wenzelsplatz, gehören zu den wichtigsten Handelsplätzen Prags. Hier wechseln Lebensmittel, Vieh, Stoffe und Handwerkswaren täglich ihre Besitzer.
Die breiten Straßen erleichtern den Warenverkehr, bieten aber ebenso Platz für Truppendurchzüge, Prozessionen und öffentliche Versammlungen.
Handel und Handwerk
Werkstätten, Lagerhäuser und Gasthäuser prägen viele Straßenzüge. Schmiede, Bäcker, Brauer, Gerber, Schneider und zahlreiche weitere Handwerker versorgen nicht nur die Neustadt, sondern große Teile Prags.
Viele Betriebe gehören einer Zunft an, die Ausbildung, Qualität und Preise überwacht. Zwischen Werkstätten und Märkten entstehen täglich neue Geschäfte, während Kaufleute aus ganz Mitteleuropa ihre Waren anbieten.
Kirche und Bildung
Kirchen und Klöster gehören ebenso zum Stadtbild wie Hospitäler und Schulen. Nach der Rekatholisierung gewinnen insbesondere die Jesuiten zunehmend an Einfluss auf das Bildungswesen. Prozessionen, Gottesdienste und kirchliche Feiertage prägen den Alltag vieler Bewohner.
Gleichzeitig leben in der Neustadt Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen – Bürger, Geistliche, Studenten, Handwerker und Reisende begegnen sich täglich auf den Straßen und Märkten.
Leben im Krieg
Obwohl die Neustadt weniger dicht bebaut ist als die Altstadt, bleiben die Folgen des Krieges überall sichtbar. Lebensmittel werden knapper, viele Familien nehmen Flüchtlinge auf und immer wieder ziehen Soldaten durch das Viertel. Händler hoffen auf gute Geschäfte, während andere um ihre Existenz kämpfen.
Kasernen, Magazine und Versorgungslager versorgen die kaiserlichen Truppen, sodass militärische Präsenz zum gewohnten Stadtbild gehört.
Nach Sonnenuntergang
Mit Einbruch der Dunkelheit werden die Straßen ruhiger. Tavernen füllen sich mit Reisenden, Soldaten und Kaufleuten, während die Stadtwache ihre Patrouillen verstärkt. Nur wenige Laternen erhellen die Gassen, und wer nachts unterwegs ist, begegnet oft mehr Schatten als Menschen.
Zwischen Gasthäusern und Hinterhöfen wechseln Nachrichten, Waren und Gerüchte ihre Besitzer. Nicht jede Begegnung endet friedlich.
Spielmöglichkeiten
- Handel auf den großen Marktplätzen
- Werkstätten, Zünfte und Handwerksbetriebe
- Begegnungen zwischen Bürgern, Soldaten und Reisenden
- Kirchen, Klöster und Hospitäler
- Gasthäuser und Tavernen als Treffpunkte
- Militärische Versorgung und Truppendurchzüge
- Öffentliche Märkte, Verkündungen und Feste
