
Prag 1629
Im Jahr 1629 gehört Prag zu den bedeutendsten Städten des Heiligen Römischen Reiches und bildet das politische Zentrum des Königreichs Böhmen. Nur neun Jahre nach der Schlacht am Weißen Berg sind die Folgen des Krieges noch überall spürbar. Die Stadt steht unter der Herrschaft Kaiser Ferdinands II. und wird von kaiserlichen Truppen kontrolliert. Hinter den mächtigen Mauern der Prager Burg bestimmen Militär, Kirche und Adel über das Schicksal des Landes.
Doch hinter der scheinbaren Ordnung brodelt der Konflikt weiter. Religiöse Spannungen, politische Intrigen und der Widerstand gegen die habsburgische Herrschaft prägen das Leben in der Goldenen Stadt.
Die kaiserliche Herrschaft
Die Prager Burg ist Sitz der königlichen Verwaltung und das Machtzentrum Böhmens. Von hier aus werden Gesetze verkündet, Truppen befehligt und diplomatische Entscheidungen getroffen. Wichtige Gebäude wie die Burg, die Karlbrücke und die Stadttore werden von kaiserlichen Soldaten bewacht, während Beamte und Geistliche die Herrschaft der Krone sichern.
Der protestantische Widerstand
Trotz der Niederlage der böhmischen Stände ist der Widerstand nicht verschwunden. Ehemalige Adelige, Gelehrte, Kaufleute und Bürger treffen sich heimlich in Kellern, Hinterhöfen oder abgelegenen Häusern der Altstadt. Statt offener Kämpfe setzen sie auf Spione, Boten und geheime Nachrichten. Wer entdeckt wird, muss mit Gefängnis, Enteignung oder dem Tod rechnen.
Die Unterwelt
Neben den offiziellen Machthabern existiert eine zweite Ordnung. Bettler, Schmuggler, Diebe und Hehler bilden ein verborgenes Netzwerk, das sich durch sämtliche Stadtviertel zieht. An seiner Spitze steht der geheimnisvolle Bettlerkönig, dessen Informanten beinahe jede Gasse Prags kennen. Informationen sind in dieser Welt oft wertvoller als Gold.
Diplomatie und neutrale Kräfte
Zwischen den verfeindeten Lagern versuchen einzelne Persönlichkeiten, den offenen Konflikt einzudämmen. Diplomaten, Gesandte und unabhängige Adelige vermitteln zwischen den Fronten oder verfolgen ihre eigenen Ziele. Manchmal entstehen an neutralen Orten geheime Verhandlungen, deren Ausgang über Krieg oder Frieden entscheiden kann.
Das Umland
Auch außerhalb der Stadtmauern hat der Krieg tiefe Spuren hinterlassen. Verlassene Dörfer, zerstörte Höfe und ausgebrannte Felder prägen das Land. Straßen gelten als unsicher, da marodierende Soldaten, Räuber und Deserteure das Chaos ausnutzen. Gleichzeitig bieten die Wälder und Ruinen Zuflucht für Flüchtlinge, Widerstandskämpfer und andere Gestalten, die lieber im Verborgenen leben.
